Entspannungsverfahren

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Nur in einem ruhigen Teich spiegelt sich das Licht der Sterne. Chinesisches Sprichwort

Entspannungsverfahren sind Übungen zur Verringerung körperlicher und geistiger Anspannung oder Erregung. Körperliche Entspannung und das Erleben von Gelassenheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden sind eng miteinander verbunden. Entspannungstechniken werden in meiner Praxis als Behandlungsverfahren in der Psychotherapie eingesetzt sowie als Möglichkeit für die private Anwendung zur allgemeinen Psychohygiene im Alltag vermittelt. Im Alltag erleben wir, bewusst und unbewusst, psychophysiologische Prozesse.

Diese zeigen sich in der Wechselwirkung zwischen psychischen Vorgängen und körperlichen Funktionen. Unser Körper sowie unsere Persönlichkeit können effektiv nur dann auf Dauer Leistung vollbringen, wenn Körper und Seele Ruhephasen erfahren, in denen sich beide wieder erholen können. Chronische Überbeanspruchung führt dazu, dass unser Immunsystem geschwächt wird. Umgekehrt stärkt ein regelmäßiger Wechsel zwischen Anspannungs- und Entspannungsphasen unser Immunsystem. Ziel aller Entspannungsverfahren ist die Entspannungsreaktion, diese steht im Gegensatz zur Stressreaktion.

  • Auf neuronaler Ebene zeigt sich die Entspannung in einer Aktivierung des Parasympathikus, einer Komponente des vegitativen Nervensystems, der auch als "Ruhenerv" bezeichnet wird.
  • Auf der körperlichen Ebene wird der Muskeltonus verringert, die Reflextätigkeit vermindert, die peripheren Gefäße erweitert, die Herzfrequenz verlangsamt, der Blutdruck gesenkt, der Sauerstoffverbrauch reduziert, die Hautleitfähigkeit verringert und zentralnervös die hirnelektrische und hirngefäßbedingte Aktivität verändert.
  • Auf der psychologischen Ebene wird in der Entspannungsreaktion Gelassenheit, Zufriedenheit und Wohlbefinden erlebt und die Konzentrationsfähigkeit und Differenzierungsfähigkeit der körperlichen Wahrnehmung gefördert.


Wenn wir entspannt sind, dann fühlen wir uns gelassen und ausgeglichen. Konflikte und Probleme können uns dann nicht so schnell aus dem Gleichgewicht bringen. Wir sind nicht so leicht durch Lärm aus der Ruhe zu bringen, sind kreativer und offener für Neues. Darüber hinaus können wir uns Dinge besser merken und unser Wissen besser abrufen.


Autogenes Training

meditation-kleinMethoden der Entspannung sind schon seit dem Altertum bekannt. So finden wir bereits Hinweise beispielsweise in der indischen Yogalehre, in den buddhistischen Mythologien oder den Meditationsformen der japanischen Zen-Tradition. Mit dem autogenen Training entstand eine Technik, angelehnt an die alten Weisheitslehren, die unabhängig vom kulturellen Umfeld und der Weltanschauung anwendbar sein sollte.

Das Autogene Training ist ein von Johannes Heinrich Schultz in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickeltes autosuggestives Entspannungsverfahren. Der Übende konzentriert sich auf kurze formelhafte Vorstellungen, die einige Zeit langsam wiederholt werden. Durch konsequente Wiederholung des Autogenen Trainings ist es möglich die Formeln später im Alltag anzuwenden und mehr und mehr Gelassenheit, vor allem in stressigen Situationen zu erfahren. Während das autogene Training ursprünglich zur Unterstützung der psychotherapeutischen Behandlung entwickelt wurde, wird autogenes Training heute ebenso von gesunden Personen angewendet, beispielsweise zur Erhöhung der allgemeinen Lebensqualität, zur Besserung sportlicher Leistungen oder des Lernens und zur Steigerung der Leistungsfähigkeit im Managementbereich.

 

Progressive Muskelentspannung

Während der Übung eines Entspannungsverfahrens können aktuelle Spannungszustände oft schnell gelöst und chronische Spannungszustände reduziert werden. Edmund Jacobson entwickelte die Progressive Muskelentspannung (Progressive Muskelrelaxation) ungefähr in der gleichen Zeit, in der Schultz das Autogene Training entwickelt hatte. Bei diesem Entspannungsverfahren spannt der Übende einzelne Muskelgruppen an und lässt sie wieder los. Wesentliches Element der Übungen ist die Achtsamkeit des Übenden für die empfundenen Unterschiede zwischen Anspannung und Entspannung. Ziel des Verfahrens ist eine Senkung der Muskelspannung unter das normale Niveau aufgrund einer verbesserten Körperwahrnehmung. Somit kann praktisch auch die Wahrnehmung für den Alltag geschult werden, wann es Zeit ist in Aktion zu treten und wann es angebracht ist seinen Organismus zu entspannen und loszulassen.

 

Anwendungsgebiete

Das therapeutische Anwendungsspektrum von Entspannungsverfahren ist sehr breit und findet in der Behandlung von zahlreichen psychischen und körperlichen Störungen und Krankheiten, oft als Zusatzmaßnahme, ihren Einsatz

• Stressbedingte Störungsformen
• Angststörungen
• Anpassungsstörungen
• Belastungsstörungen
• depressive Störungen
• Sprechstörungen
• Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrome
• Störungen infolge von Substanzmissbrauch


Körperliche Erkrankungen, bei denen eine Wirksamkeit der Entspannungsverfahren nachgewiesen werden konnte, sind:

• Bluthochdruck
• periphere Durchblutungsstörungen
• Asthma bronchiale
• Störungen des Magen-Darm Traktes
• Kopfschmerzen vom Migräne - und Spannungstyp
• akute und chronische Schmerzen
• Schlafstörungen
• sexuelle Funktionsstörungen
• somatoforme Störungen

telefonPsychotherapie Marcus Barthold
Heilpraktiker für Psychotherapie
Termine nach Vereinbarung
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